„Diese Frauenstimme! Voll und samtig, mit wunderschönem Akzent, verführerisch, andeutungsvoll und mit aufregendem erotischen Vibe“ –
wer mit einer Frau mit einer derartigen Stimme schon mal ein Date hatte, der weiß wie man(n) augenblicklich dahinschmelzen kann.
Umgekehrt bekommen Frauen noch weitaus mehr eine Gänsehaut bei einer warmen und weichen Männerstimme, denn sie werden durch eine angenehme Stimme noch ungleich mehr in Seele und Körper berührt als wir Männer. Ein derartiger Stimmklang vermittelt jeder Frau Nähe und Vertrauen – beides sind Grundvoraussetzungen für körperliche Nähe.
Bereits in der ersten Kennenlernphase spielt die Stimme eine wichtige Rolle: Ein wichtiges Element bei der Verführung ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Woran merkt Ihr Gegenüber, dass Sie eine gesundes Selbstbewusstsein besitzen? Vor allem durch Ihre Stimme und Körpersprache! Denn die Stimme ist DAS Sendemerkmal vom eigenen Selbstvertrauen. Eine unangenehme, schrille oder unsichere dünne Stimme bedeutet beim Flirten in der Regel das schnelle Aus.
Die Stimme ist jedoch nicht nur bei der Partnerwahl entscheidend. Im alltäglichen und beruflichen Umfeld entscheidet schon oft der erste Eindruck der Stimme über Sympathie oder Antipathie und damit über Erfolg oder Misserfolg eines Gespräches. Eine gute Stimme vermittelt Autorität, Durchsetzungsvermögen, Glaubwürdigkeit und Kompetenz. Unangenehme Stimmen werden hingegen als unseriös, inkompetent und nicht vertrauensbildend wahrgenommen. Zahllose wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, wie wichtig das Thema Stimme ist:

Der Körper, sprich Kleidung, Gestik, Mimik, Körpersprache hat einen Anteil von 55% der Wirkung eines Menschen auf einen anderen. Das Wort, also das was man sagt, macht nur einen Anteil von 7% aus, während die Stimme und der Stimmklang 38% der Wirkung ausmachen. Das heißt, dass man in vielen Situationen bereits zu 93% erfolgreich ist, wenn Körper und Stimme stimmen.
Bei einem Telefongespräch haben die Stimme und der Stimmklang naturgemäß eine Wirkung von fast 100%. Sie haben z. B. als Mann über eine Internet-Datingseite eine Frau kennengelernt oder umgekehrt und Sie führen nach einigen E-Mails ein erstes Telefonat. Beim diesem ersten Telefongespräch hat der jeweilige Stimmklang einen entscheidenden Einfluss, ob es zu einem Date kommt oder nicht.
Jeder von Ihnen erinnert sich sicherlich mit Schrecken an Telefonate privater oder beruflicher Art, wo das Gegenüber mit einer schrillen oder piepsigen Stimme eine wahre Ohrentortur verursachte.
Wodurch zeichnet sich aber nun genau eine angenehme und erotische Stimme aus?
Sie umfasst deutlich mehr als nur einen angenehmen Grundton. Entspannt und dennoch kräftig soll sie klingen, klar und verständlich soll die Artikulation sein, Sympathie herstellen, Durchsetzungsvermögen signalisieren, Aufmerksamkeit schaffen, Emotionen vermitteln und übertragen, inhaltlich gut verstanden werden und in Erinnerung bleiben.
Schauen wir uns zunächst einmal an, welches die häufigsten Sprechfehler sind:
- Nuscheln (lasche und undeutliche Artikulation)
- Zu leises Sprechen
- Zu langsames oder zu schnelles Sprechen
- Monotone Sprechweise
- Räusperzwang
- Zu viele „Äh, Äh´s“
- Aufsteigende Intonation (jeder Satz wird am Satzende nach oben gesprochen)
- Kloßgefühl im Hals
- Näseln
- Endsilbenverschlucken
- Zu hohe oder zu tiefe Stimme
- Etc.
Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube, dass nur tiefe Stimmen als erotisch wahrgenommen werden. Eine natürliche tiefe Stimmlage bildet zwar einen angenehmen und wohlklingenden Grundton, aber wenn man versucht, tiefer zu sprechen als die eigene Stimmlage ist, wird man in der Regel nur ein unverständliches und ziemlich unerotisches Brummen produzieren.
Weitaus besser ist es, mit der eigenen Stimme in der sog. „Wohlfühllage“ zu sprechen, also in der Stimmlage, die uns in die Natur mitgegeben hat. Das ist der magische Stimmklang, bei dem die Stimmlippen im Kehlkopfbereich völlig entspannt schwingen und der von den anderen Menschen als angenehm empfunden wird. Diesen Eigenton verwenden in der Regel leider nur wenige Menschen, dies ist eine der Hauptgründe, warum Stimmen oft überanstrengt, zu hoch oder zu tief klingen.
Wer wissen will, wie die eigene Wohlfühllage klingt, möge bei dem nächsten Telefonat einfach mal auf die eigene Stimme achten: Wenn der Gesprächspartner am anderen Ende spricht, wird man früher oder später ein zustimmendes „mmmhhh“ von sich geben und dieses „mmmhhh“ trifft in der Regel genau die eigene Wohlfühllage.
Diesen entspannten Eigenton regelmäßig und authentisch nutzen zu können, ist eine der Vorteile einer ausgebildeten Stimme. Im sog. Stimmtraining ist es eines der Hauptanliegen, diesen Eigenton dem Teilnehmer bewusst zu machen und die Verwendung desselben nach Kräften zu fördern.
Eine gute, angenehme, kräftige und erotische Stimme ist kein Luxus und kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Stimmtraining.
Manch einer mag nun denken, „Bei meiner schrecklichen Stimme hilft kein Stimmtraining, damit muss ich einfach leben“. Dies ist wiederum ein gängiger Irrtum:
Im Stimmtraining lehrt man, dass Sprechen die Summe aus verschiedenen Muskeltätigkeiten ist. Wie fast jeder Muskel im Körper sind auch die Sprachorgane nachweislich trainierbar. Eine der wenigen Ausnahmen sind extreme organische Fehlfunktionen. So sprechen zum Beispiel schwere Alkoholiker oft mit einer sehr heiseren und fast unverständlichen Stimme. Hier zeigt der Alkohol seine zellzerstörende Wirkung deutlich.
Wer Stimmtraining betreibt, wird schon nach wenigen Monaten eine deutliche Verbesserung der eigenen Stimmleistung feststellen und die Mühe lohnt sich: Eine gute Stimme bedeutet in der Regel nicht nur bessere Erfolge in der Verführung, sondern allgemein besseres Wohlbefinden, verbesserte Kommunikationsfähigkeit im privaten und beruflichen Bereich und eine beträchtliche Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins.
Was glauben Sie wie gut es dem eigenen Ego tut, wenn man spricht und auf einmal als Autorität wahrgenommen wird. Ein weiterer Vorteil der eigenen Stimmbildung ist, dass Stimmtraining auch gleichzeitig Sinnesbildung ist, also das eigene Gehör wird ebenso geschult und sensibilisiert, so dass man meist weitaus eher in der Lage ist beim Gegenüber feine Nuancen in der Stimme herauszuhören, also ob der Gesprächspartner z. b. nervös ist oder sich in einer angenehmen und angeregten Stimmung befindet.
Vor allem: Stimmtraining macht einfach Spaß! Es ist faszinierend, wenn man alte Grenzen sprengt und im Alltag oder Beruf und insbesondere im Umgang mit dem anderen Geschlecht bemerkt:
Auf einmal hört man Dir zu!
Das Fundament für eine entspannte und angenehme Stimme: Die richtige Atmung
Die Grundvoraussetzung für ein entspanntes und erotisches Sprechen ist eine Entspanntheit des gesamten Körpers und eine tiefe, naturgegebene Atmung. Mit der nachfolgenden Übung zeigen wir Ihnen einen ersten und einfachen Weg, wie Sie zu einer natürlichen Entspannung des Körpers und der Stimme gelangen können:
Grundübung zur natürlichen Tiefenatmung
Sie können sich die Übung vorsprechen lassen (Internetverbindung erforderlich)
Bitte auf den nachfolgenden Link klicken:
http://www.charmingvoice.de/Stimme-macht-an/GrunduebungzurnatuerlichenTiefenatmung.html
Legen Sie sich auf den Rücken und entspannen Sie sich. Senden Sie Ihre Aufmerksamkeit in alle Körperregionen und entspannen Sie dabei diese einzelnen Körpersektionen. Beobachten Sie Ihren Atem; er kommt und geht, ohne dass Sie bewusst etwas kontrollieren wollen.
Beobachten Sie, wie während des Einatmens der Bauch, der seitliche Bauch (Flanken) und der untere Rücken weit werden und wie während des Ausatmens alle Muskelgruppen entspannt und losgelassen werden.
Der obere Brustkorb soll sich nicht bewegen. Atmen Sie immer ganz tief ein und vollständig wieder aus. Beobachten Sie nach der Ausatmung eine natürliche kleine Atempause.
Versuchen Sie die Einatmung nicht aktiv zu verstärken, versuchen Sie stattdessen die Atempausen nach der Ausatmung auszudehnen und lassen Sie ganz von alleine neuen Atem tief in sich hineinfließen.
Führen Sie diese Übung in den nächsten Tagen in verschiedenen Situationen und bei allen möglichen Gelegenheiten durch. Also mal im Stehen, mal im Sitzen, mal in einer Pause, mal beim Autofahren. Ebenso im Gespräch kann man seine Aufmerksamkeit auf eine tiefe natürliche Atmung lenken. Der Körper stellt sich erfahrungsgemäß bereits nach wenigen Tagen auf diese Tiefenatmung um, da sie eine naturgegebene Atmung ist. Die Hochatmung dagegen ist eine unnatürliche und verkehrt antrainierte Einatmungsweise.
In den nächsten Ausgaben meiner Artikelserie über die Stimme werde ich weitere Essays schreiben voraussichtlich mit den folgenden Themen:
Was du auf jeden Fall über die Stimme wissen solltest
10 wichtige Fragen und Antworten zur Stimme
Ratgeber für den Gebrauch der Stimme im Alltag
Deine Stimme – was du von den Profis lernen kannst
In jedem Artikel werde ich dir Tipps und kleinere Übungen für einen Einblick in das Stimmtraining geben. Du erhältst praktische Hinweise für die Stimme im Kommunikationsalltag und spannende Hintergründe über das Sprechen. Übungen alleine ersetzen aber in der Regel nicht ein professionelles Stimmtraining, da erfahrungsgemäß nur eine fachliche Anleitung einen spür- und hörbaren Erfolg nach sich zieht. Wer hier im Kölner Raum wohnt, kann sich gerne an mich wenden für eine fachgerechte Stimmanalyse und evt. Unterricht. In der Regel ist ein Block von bis zu 10 Stunden mit zusätzlichen Übungen zuhause ausreichend für eine deutlich merkbare Stimmverbesserung. Wer sich selbstständig einen Stimmcoach sucht, mein persönlicher Rat hierfür ist: Sucht euch einen Stimmtrainer mit schauspielerischem Hintergrund. Hier steht erfahrungsgemäß die emotionelle Stimme im Vordergrund, das Element beim Sprechen, das für eine Verführung besonders wichtig ist. Nachrichtensprecher wollen informieren und nicht verführen, sanfte und erotische Stimmen in der Werbung schon eher.
Mehr zum neuen Stimmcoaching-Komplettkurs erfährst Du auf dieser Website (Hier klicken!)





